Also, eigentlich ist es ja gar nicht lange her, dass ich das letzte Mal gepostet habe (2 Tage um ehrlich zu sein ;D), aber seitdem ist einfach so viel passiert...ok, eigentlich ist nur heute viel passiert. ;DD
Das muss ich einfach erzählen. ;p
Alsoo, erstmal: das Wochenende war wieder einmal sehr entspannt und ruhig. Der Abend bei meinem Gastonkel war ziemlich cool, es herrschte ein gute, ausgelassene Stimmung und ich hatte viel Spaß am Französisch-Reden und Französisch-Zuhören. :pp
Besonders als wir irgendwann auf Géralds "Switzer-Deutsch"-Kenntnisse zu sprechen begannen, wurde es besonders lustig, denn als eine Bekannte meines Gastonkels dann fragte, wo denn der Unterschied zwischen dem "Switzer-Deutsch" und dem "Normal-Deutsch" wär, und mir ausversehen rausrutsche "Das "Switzer-Deutsch" ist einfach hässliger als das "Normal-Deutsch"", hatte ich - ohne es zu wissen - den Rest der Gesellschaft auf meine Sympathieseite geholt. ;))
Irgendwann wollte dann die 11-jährige Tochter der Bekannten den Film "High School Musical 2" gucken, den sie sich mitgebracht hatte, falls es zu langweilig werden würde, und so beschloßen meine Gastcousine und ich den mitzuschauen. Das war sehr, sehr lustig, denn irgendwann fingen wir an, die (sowieso schon total übertriebenen) Szenen mit unserem Leben zu vergleichen ("Bitte, lach nicht, mein Bruder und ich laufen im Urlaub auch immer mit Fisch-Waikiki-Kostümen herum und singen "Humuhumunukunukuakuwaka"!). ;DDD
Worüber ich aber eigentlich erzählen wollte, ist heute. Eigentlich ist der Tag ja noch jung. Für mich endete die Schule jedoch...so gegen 10h45.
Ich saß gerade neben meine lieben Wanda im Deutschunterricht und wir alberten ein wenig herum (wie es Standard ist im Deutschunterricht (sowas kann man einfach nicht ernst nehmen!)), als ich mir den Ellenbogen an meinem Ordner stieß. Musikantenknochen. Tut immer höllisch weh, vergeht aber nach ein paar Sekunden. Als jedoch die "paar Sekunden" verstrichen wurden, und ich Wanda gerade sagen wollte "Hey, ich habe mich gerade gestoßen und es tut so unnormal dolle weh..", wurde mir so übertrieben schwindelig und warm, dass ich meinen Kopf aufstützen musste.
Plötzlich war ich in der Westfalenhalle.
Ich weiß noch, dass ich während des Unterrichts einen Ohrwurm vom "Pharao-Song" aus den 10 Geboten hatte, und so war ich plötzlich mitten im Geschehen, um mich herum war gold und rot und alle sangen "Keine kränkt den Pharaooo.." und ich wusste: ich war in Dortmund.
Tja. War leider nicht so. (Fragt mich bitte nicht, woher dieser seltsame Moment dieser Erkenntniss seinen Ursprung findet!)
Das nächste, was ich wusste, war, dass das Klassenzimmer anders aussah als sonst. Es dauerte nicht sehr lange, bis mir bewusst wurde, wieso: ich starrte an die Decke und um mich herum war mein kompletter Deutschkurs verteilt. Mein Kopf lag auf den Knien meiner Deutschlehrerin und Fritz murmelte pausenlos auf mich ein "Amélie? Amélie? Hörst du mich? Amélie? Weißt du, wie du heißt? Weißt du, wie alt du bist? Amélie? Wie heißt deine Schwester? Wie viele Finger zeige ich?...".
Ja. Und dann musste ich plötzlich lachen. Die Situation war so subtil, so skuril, so seltsam, dass ich einfach lachen musste. Haha. Ich glaube, Wanda hielt mich für bescheuert. :D
Auf jeden Fall wurde sofort die Infirmière geholt (man glaubt es nicht, die haben hier 'ne eigene Krankenschwester!) und ich wurden in eine Art Krankenflügel, wie man es vielleicht von Harry Potter kennt, gebracht, wo ich auf einer Liege platziert und unter mehrern Decken (Schock-Schüttelfrost! ;)) wurde. Immer wieder wurde ich gefragt, wie es mir ginge, aber ich sagte, dass mir außer den Schmerzen am Kopf nichts fehlen würde.
Natürlich glaubte mir keiner.
Deshalb wurde doch tatsächlich ein Krankenwagen geholt (üübertriiieben!) und währenddessen mein Blutdruck überprüft (die nette Dame von der Infirmerie konnte nicht glauben, dass der Wert, den das Gerät anzeigte, richtig war und maß deswegen noch mal nach, aber davon wurde er leider auch nicht höher ;DDD). Natürlich machte sich wegen der ganzen Prozedur keiner die Mühe, die Tür zu schließen und mir ein wenig Privatsphäre zu schaffen, nein! Ich war schön der Lächerlichkeit preisgegeben! :p
Das Schlimmste kam aber noch, als ich dann doch wirklich in diesen blöden Krankenwagen einsteigen musste und mit Blaulicht und Tatü-Tata abtransportiert wurde! :DDDDD
So süß war es allerdings, als ich aus dem "Krankenflügel" herauskam und mein halber Deutschkurs und einige meiner Freunde davor saßen und besorgt fragten, ob alles in Ordnung sei. ;))
Während der Fahrt zum Krankenhaus war ein netter, junger Mann bei mir und fragte mir alle 2 Minuten, ob alles ok wäre. ;D
Außerdem stellte er mir so noch ein paar Fragen, von denen ich als erstes dachte, sie wären aus Interesse gestellt ("Was machst du hier?", "Wie lange bleibst du noch hier?", "Wie gefällt's dir in Frankreich?"), als sie jedoch in Fragen über meine Urlaubs- oder Zukunftspläne übergingen, musste ich genervt feststellen, dass er mich nur bei Bewusstsein halten wollte. ;DDDDD
Tja. Nach meiner Antwort mit "7 bis 8, nein, nein, nein.", drückte sie mir noch zwei Schmerztabletten à 500mg in die Hand (ich glaube, ich bin ein wenig zugedröhnt ;DD) und ging wieder, wie lange ich noch bleiben musste oder was jetzt passieren würde, verschwieg sie mir. :p
Nach weitern 45 Minuten wurde mir mit den Worten "Hier, Ihre Gastmutter!" ein Telefon in die Hand gedrückt und ich wechselte ein paar Worte mit ihr (sehr viel konnte ich ja leider nicht erzählen, denn ich wusste weder wie lange ich noch bleiben würde, was noch untersucht werden würde, ob sie schon kommen könnte oder wie die Ergebnisse waren). Nach dem Telefonat suchte ich dann einen Arzt, dem ich das Telefon wieder in die Hand drücken könnte, aber der meinte nur "Nein, nein, behalten Sie es, wir müssen erst die zugehörige Schwester suchen, wenn es klingelt, ignorieren Sie es einfach!". ;DDDD
Jaja, die Franzosen, die.
Es klingelte tatsächlich und irgendwann war der Arzt, der im neben mir im Wartebereich eine Schulterfraktur behandelte so genervt davon, dass er es mir aus der Hand nahm und dranging. :DDD
Es klingelte tatsächlich und irgendwann war der Arzt, der im neben mir im Wartebereich eine Schulterfraktur behandelte so genervt davon, dass er es mir aus der Hand nahm und dranging. :DDD
Ja, und iiiiiirgendwann dann, wurde ich aus dem Wartebereich gerufen und sollte zu Zimmer B kommen, bis die Schwester feststellte, dass Zimmer B besetzt war: "Tja, dann machen wir das Gespräch einfach hier auf dem Flur."
Ok. Dafür hatte ich also mein letztes bisschen Würde, dass ich noch hatte, heute morgen verloren? Um zu hören, dass eh alles gut war?!
Interessant. :DDDDDD
Jetzt bin ich übrigens zu Hause, mit einer Tasse Tee und meinem Buch in meinem Bett, um mich von meinem ersten Ohnmachtsanfall und meiner ersten Fahrt in einem Krankenwagen (und das beides noch in Frankreich! ;)) zu erholen. Mir geht es gut und keiner brauch sich Sorgen machen (was meine liebe Mama, nach dem sie von der Organisation sofort kontaktiert wurde, natürlich gemacht hat ;pp), das einzige, was stört, ist, dass ich heute dann schon wieder nicht joggen gehen kann (sowohl meine Gastmama, als auch Wanda würden mir den Kopf abreißen! ;DDDD).
Tja. Sowas mach ich. Tjihi. "Fällt die einfach mal so in Ohnmacht." :DD
Bis dann,
bisous à tous,
Amélie! ♥
ps: "Amélie, wenn du nicht so rumgezuckt hättest und du nicht so hilflos und unansprechbar gewesen wärest, hätte ich dich glatt ausgelacht, dass du vom Stuhl gefallen bist!" :DDDD
pps: "In meiner Sanitäterausbildung hab ich gelernt, dass mein bei epileptischen Anfällen - denn genau so sahst du aus - den Menschen nicht festhalten soll, sondern alle gefährlichen Gegenstände aus dem Weg räumt. Also schob ich reflexartig den Tisch und den Stuhl weg, aber mein erster Gedanke war nur: Wie bekomme ich diese blöde Heizung von der Wand?!" :DDDDDDD
Meine allerliebste Ami, sooo lustig war die Situation gar nicht. Schon gar nicht, wenn man am Nachmittag einen Anruf aus Bonn erhält und gesagt bekommt, dass die Tochter im Krankenhaus liegt.... Ich war sehr erleichtert, deine Stimme zu hören. Und noch mehr, als du deinen Tag mit der üblichen liebenswerten Ironie geschildert hast. Da wußte ich, abgesehen von den Kopfschmerzen geht es dir ganz gut!
AntwortenLöschen1000 Küßchen von der Mami